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Lageplan

Gartenbauschule Hünibach
Chartreusestrasse 7
3626 Hünibach

Anreise

PW: Autobahnausfahrt Thun Nord, weiter in Richtung Gunten bis Hünibach. In der Chartreusestrasse links abbiegen. Wenige Parkplätze sind vorhanden.

ÖV: Bus Linie 21 ab Bahnhof Thun Richtung Oberhofen/Interlaken bis Haltestelle Hünibach Chartreuse. Fahrplan via SBB.ch


Heilpflanzen: Medizin aus der Natur

Für die meisten Menschen sind Pflanzen etwas zum Essen oder für das Auge. Doch insbesondere Heilpflanzen können weit mehr als nur gut schmecken und schön aussehen. Jede von ihnen hat ihren eigenen, ganz besonderen und äusserst wichtigen Nutzen in unserem Ökosystem.

von Tamo Gleich, ehemaliger Lernender EFZ Zierpflanzen

Disteln
Delphinium Rittersporn
Viola Odorata

Es ist allgemein bekannt, dass Pflanzen Sauerstoff produzieren, ganz besonders Bäume. Weniger bekannt sind Pflanzen, die gewissen Tierarten das Überleben sichern, indem sie in einer engen Symbiose mit ihnen leben. Oder all jene, die neue Lebensräume schaffen und somit das Überleben von anderen Pflanzen und Tiere sichern.

Doch nicht nur für Tiere sind Pflanzen überlebenswichtig: Auch uns können sie helfen. Annähernd alle Vitamine und Nährstoffe können wir aus pflanzlicher Nahrung ziehen. Und das meistens sogar besser als aus tierischer. Doch sie können noch mehr: Uns heilen.

Heilpflanzen und ihre Wirkung

Diese Pflanzen werden Heilpflanzen genannt. Dabei unterscheiden wir zwischen verschiedenen Arten von Heilpflanzen. So gibt es jene, die zur Herstellung von Medizin verwendet werden und dort meistens nur in sehr geringen Mengen (aufgrund ihrer starken Wirkung). Es gibt aber auch diejenigen, die direkt angewendet werden können — zum Beispiel als Tee.

Die synthetische Medizin orientiert sich oft an Pflanzenbausteinen, die eine heilende Wirkung aufweisen. Heilpflanzen sind vielfältig, denn es gibt für so ziemlich jede Krankheit auf dieser Welt Pflanzen, die diese heilen oder zumindest lindern können.

Geschichte der Heilpflanzen und Entstehung der Homöopathie

In der traditionellen chinesischen Medizin werden über 7000 Pflanzenarten angewendet. Viele davon sind in Europa nicht als Medizin zugelassen, da sie gravierende Nebenwirkungen aufweisen können. Die traditionelle chinesische Medizin ist mehr als 2000 Jahre alt und findet auch heute noch in vielen Regionen der Welt grossen Anklang.

Doch die Chinesen waren nicht die ersten, die Heilpflanzen studiert und angewendet haben. Die ältesten Schriften stammen aus Ägypten. Das Papyrus Ebers zählt zu den ersten und wichtigsten Aufzeichnungen über die Herstellung und Anwendung von Arzneimitteln. Auf 19 Metern Papyrus sind dort über 1000 Heilmittel aufgeführt, beschrieben und erklärt.

Über die Klöster und deren Übersetzungen kam die Lehre der Heilpflanzenkunde dann nach Europa, wo sie im Mittelalter aber mit Hexen- und Dämonenkunst in Verbindung gebracht wurde. Erst Hildegard von Bingen machte aus dem Aberglauben wieder eine Wissenschaft. Mitte des 16. Jahrhunderts wurden die ersten botanischen Gärten gebaut, in denen Gelehrte und Laien Heilpflanzen begutachten und studieren konnten.

Anfang des 18. Jahrhunderts wurde mit der Homöopathie ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Heilkunde gesetzt. Bis heute ist sie eine beliebte Alternative zur herkömmlichen Medizin und basiert hauptsächlich auf pflanzlichen Wirkstoffen.

Tiere wissen um die heilende Wirkung von Pflanzen

Wir sind nicht die einzigen, die Pflanzen gegen grosse und kleine Beschwerden anwenden. Auch in der Tierwelt weiss man sich zu helfen. So gibt es zum Beispiel eine ganz bestimmte Art von Monarchfalter, der seine Eier auf eine seltene Seidenpflanze legt, wenn das Muttertier von einem Parasiten befallen ist. Ein Wirkstoff in dieser Pflanze tötet die Parasiten. Er wird besonders stark produziert, wenn die Seidenpflanze von einem bestimmten Bodenpilz umgeben ist.

Auch Affen wissen sich pflanzlich zu helfen. Schimpansen und Gorillas schlucken «Blattpillen» gegen parasitäre Würmer oder Krankheiten wie Malaria. Die Blätter des Baumes Trichilia rubescens enthalten ein Chloroquin, das auch von Menschen gegen diese Krankheit verwendet wird. Um einer Immunität des Erregers vorzubeugen, essen die Affen Blätter von verschiedenen Pflanzen, die alle eine ähnliche Wirkung haben.

Heilpflanzen sind überall zu finden – aber Vorsicht: Verwechslungsgefahr!

Heilpflanzen sind also eine weltweit sehr beliebte Methode für die Behandlung von Beschwerden und Erkrankungen. Und das Gute an ihnen ist: In der Natur sind sie kostenlos und überall zu finden. Doch ist hier grosse Vorsicht geboten! Denn in der Pflanzenwelt kann es schnell zu verheerenden Verwechslungen kommen. Es gibt viele Wildpflanzen-Führer, die einem bei der richtigen Bestimmung und Anwendung helfen. Zudem kann es nie schaden, wenn man sich Auskunft und Rat in einem Fachgeschäft holt. Nicht zuletzt kann man dort oft auch Heilpflanzen erwerben.

Heilpflanzen können Sie auch in der GSH kaufen. Wir beraten Sie gerne – im Rahmen der aktuellen Möglichkeiten aufgrund der coronabedingten Einschränkungen.