Buon camino, Heidi Graf!

Nach fast 12 Jahren Tätigkeit an der GSH ging Heidi Graf Ende Juli in Pension. Sie war in verschiedenen Bereichen bei uns tätig – als Ausbildnerin, Gärtnerin und Kundenbetreuerin. Was ihr am meisten Spass gemacht hat, was ihr wichtig war und welche «Visionen» sie für die GSH hat, erzählt sie uns im Interview.

Von Renate Lorenz

Heidi Graf
Heidi Graf am Johannifest im Juni 2013 (Foto: GSH)

Heidi Graf begann ihre Arbeit an der Gartenbauschule Hünibach am 1. März 2002 und trat am 31. Juli 2013 in den wohlverdienten Ruhestand. Heidis Herz schlug für die Lehrlingsausbildung. Es war ihr ein grosses Anliegen, die jungen Menschen für das Berufleben fit zu machen. Neben der Arbeit in der Produktion war sie verantwortlich für die Überwinterung der Kübelpflanzen, die Grabpflege sowie die Bepflanzung und Pflege der gemeindeeigenen Blumengefässe in Hilterfingen und Hünibach. Während vielen Jahren ging sie für uns auf den Rathausmarkt und betreute Kundinnen und Kunden mit Herzlichkeit und Fachwissen.

Bevor Heidi uns verliess, durften wir sie noch ein bisschen «ausfragen» und mit ihr ein Interview führen.

Was hat dir bei deiner Tätigkeit am meisten Spass gemacht?

Ich habe sehr gerne mit den Lernenden gearbeitet. Auch die Kontakte und Gespräche mit den Kunden auf dem Markt, auf dem Friedhof oder im Rahmen der Kübelpflanzenüberwinterung, für die ich zuständig war, habe ich sehr geschätzt.

Was hat dich an der Lehrlingsausbildung gereizt?

Die vielen verschiedenen Menschen, die bei uns die Ausbildung machen. Es war eine Kunst, jede und jeden dort abzuholen wo sie/er steht. Besonders gefreut hat es mich, wenn Lernende, besonders solche, denen manches nicht ganz leicht fiel, nach drei Jahren sichtbare Fortschritte gemacht hatten und die Lehre erfolgreich abschliessen konnten. Mir war immer wichtig, den Lernenden etwas mitzugeben fürs Leben: sie sollen nicht «Berufsidioten» sein, sondern im Leben bestehen können.

Du hast angesprochen, dass du die GSH als Lebensschule siehst.

Ich denke, das ist jede Lehre, doch an der GSH besonders. Wir habe mehr Zeit für die Lernenden und gehen eine Weile lang einen gemeinsamen Weg. Speziell dünkt mich bei uns auch die Vielseitigkeit mit den verschiedenen Bereichen.

Was wolltest du den jungen Berufsleuten immer mit auf den Weg geben?

Die fachlichen Berufskompetenzen sind das A und O, damit man nach der Lehre im Berufsleben bestehen kann. Wichtig ist jedoch auch, dass die jungen Leute auch mal an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gehen, und da gilt es manchmal halt auch durchzubeissen. Ich habe von Ehemaligen schon öfters gehört, dass sie ab und zu an meinen Spruch denken: «Das Leben lehrt euch dann schon!»

Wie hast du die Entwicklung der GSH in den elfeinhalb Jahren erlebt?

Nach aussen ist sie sicher offener, «moderner» geworden, auch Neuem gegenüber. Sie steht anders in der Öffentlichkeit, vor allem auch jetzt, wo sie auf neuen Plattformen wie Facebook präsent ist. In der Ausbildung können wir gut bestehen im Vergleich zu anderen. Andererseits ist in den letzten Jahren auch der Papierkrieg grösser geworden. Manches ist bürokratischer und schwerfälliger geworden, sicher zum Teil von Amtes wegen, und zum Teil auch, weil wir einfach mehr Leute sind. Ich selbst bin sehr spontan und wünsche mir, dass immer Spontanes nach wie vor Platz hat. Auch hätte ich in manchen Bereichen gerne schnellere Entscheide und ihre Umsetzung gehabt.

Welche Wünsche hast du für die GSH?

Erst einmal bin ich gespannt auf die Entscheide des ASP. Auch ist unklar, ob die GSH nur mit der Ausbildung weiter bestehen kann, wenn die Lehrverhältnisse zurückgehen. Daher fände ich es toll, wenn sich die GSH weiter öffnen würde, auch für andere Menschen ausserhalb der Ausbildung. Die GSH könnte auch Kurse anbieten, zum Beispiel in Ökologie, Naturzusammenhängen usw. Da würde ich gerne als Kursbesucherin wieder dabei sein. Auch das Verkaufsgewächshaus könnte man intensiver nutzen, zum Beispiel für Events, Kurse oder anderes.

An welches Highlight zum Abschluss deiner Berufstätigkeit erinnerst du dich?

Da denke ich spontan an einen Lernenden, der bis zum Anfang des dritten Lehrjahrs nicht wusste, ob er die Lehre wirklich fertig machen will. Er hat es jetzt durchgezogen, die Prüfung bestanden und ist unheimlich stolz auf sich. Und ich bin natürlich stolz auf ihn.

In Zukunft wirst du mehr Zeit für dich haben. Was sind deine Pläne für die neue Lebensphase?

Wenn es mir weiterhin gesundheitlich gut geht, will ich noch viele Wanderungen machen, vor allem mit botanischem Schwerpunkt. Ich habe meine Hilfe für die Kartierung von Orchideenstandorten angeboten, mache einen Wildpflanzenkurs, und sobald mein Mann pensioniert ist, wollen wir viel reisen. Die amerikanischen Nationalpärke reizen mich schon lange.

Doch als erstes planst du eine Pilgerreise?

Ja, ich will von Thunstetten zu Fuss nach Santiago de Compostela in Spanien gehen. Ich weiss noch nicht, ob es an einem Stück sein wird. Doch ich habe ja Zeit, es in mehreren Etappen zu machen.

Liebe Heidi, danke fürs Gespräch und buon camino!

1 Kommentar

  1. Brem Susan

    Gratuliere.
    Liebes Heid auch wünsche dir in deinem Ruhestand alles Gute.
    Ich hoffe, dass wir noch viele Stunden miteinander verbringen können.
    GLG Susy

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