Richtig verkaufen – aber wie?

Wie werden Pflanzen verkaufsfördernd arrangiert und platziert? Welche Marketingstrategie eignet sich am besten? Wie funktioniert eine Blumenbörse? Und wie beurteilt man die Qualität von Pflanzen? Das und mehr erfahren die Lernenden des 3. Lehrjahrs in der Blockwoche «Verkauf».

Von Claudia Fahlbusch

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Studien am lebenden Objekt: Blockwoche «Verkauf» in der Gartenbauschule (Foto: Renate Lorenz)

Während einer Woche befassen sich die Lernenden des 1. Lehrjahrs jeweils mit Themen rund um den Verkauf von Pflanzen. Dazu gehört unter anderem die Warenpräsentation. In Theorie und Praxis lernen die angehenden Gärtnerinnen und Gärtner, wie man Pflanzen so arrangiert und platziert, dass sie möglichst viele Käuferinnen und Käufer finden. Ihre neu erworbenen Kenntnisse können sie sogleich in die Praxis umsetzen: Die Ausbildung an der GSH umfasst auch den Bereich «Verkauf», hauptsächlich im Bioladen und auf den Märkten, denen die GSH mit einem Stand vertreten ist – zum Beispiel am Thuner Wochenmarkt.

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Der Verkauf im Bioladen gehört zur Ausbildung (Foto: GSH)

Werbung und Marketing

Wie werben wir am besten für unsere Produkte? Die Lernenden erhalten eine kurze Einführung in die Geschichte der Werbung, lernen gängige Werbetechniken kennen und erfahren, wie die GSH für sich wirbt. Sie befassen sich mit Marketingstrategien, mit aggressiver Preispolitik, Me-too-Strategie und Profilierungsstrategien, am Beispiel von Schoggi verdeutlicht. Ebenfalls besprochen wird die Profilierung durch Marken und Signet – zum Beispiel Knospe, Demeter, Max Havelaar und Fair Trade.

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Meinungen austauschen und fachsimpeln (Foto: Renate Lorenz)

Besuch bei Blumenbörse, Bank und Migros

Während der Blockwoche sitzen die Lernenden keineswegs immer nur im Schulzimmer: Sie gehen auch auf Reisen. Gemeinsam besuchen sie die Blumenbörse Heimberg und erfahren, wie eine solche Börse funktioniert. Sie besuchen die Bank-Filiale der BKBE in Thun und reden über Geld: Welche Produkte werden in der Bank verkauft? Wenn der Kunde mit Kreditkarte oder EC-direkt bezahlt, welchen Unterschied macht das fürs Geschäft? Vor Ort werden auch die verschiedenen Abteilungen (Geschäftsfelder) sowie der Tresorraum besichtigt.

Eine weitere Reise führt die jungen Gärtnerinnen und Gärtner zur Frischeplattform der Migros Aare in Schönbühl. Hier geht es um Warenfluss, Logistik, Werterhaltung der Waren, Grundsätze für den Handel mit Pflanzen und Blumen bei der Migros und um das Label («Aus der Region, für die Region»).

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Gewusst wie: Warenpräsentation im Bioladen der GSH (Foto: GSH)

Qualität beurteilen und die richtige Absatzform finden

Vom Lieferanten über den Produzenten bis zum Konsumenten: Wie läuft der Warenfluss im Betrieb? Wo lauern Gefahren, indem Schäden entstehen können und Geld verloren geht? Wie füllt man Rapporte für Gartenpflegearbeiten richtig aus?

Diese und weitere Themen werden in der Blockwoche ebenfalls erörtert, genau so wie die Absatzformen gärtnerischer Produkte, nämlich Endverkaufsgärtnerei, Blumengeschäft, Gartencenter, Baumärkte, Grossverteiler usw. Die Lernenden befassen sich mit den Stärken der einzelnen Geschäfte und finden heraus, welche Kunden sie ansprechen.

Verkauft werden kann natürlich nur, was von einwandfreier Qualität ist. Deshalb müssen Gärtnerinnen und Gärtner auch die Qualität von Pflanzen beurteilen können, und das lernen sie in der Blockwoche am Beispiel von Stiefmütterchen, Cyclamen und Chrysanthemen.

Und zu guter Letzt: Preiskalkulation im Verkaufsgeschäft, Möglichkeiten für Warenverbilligungen, Begriffe wie Netto, Brutto, Tara, Rabatte und Skonto … Auch das gehört zum Gärtnerberuf!

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