Schnecken vorbeugen

Die gute Nachricht: Schnecken sind wichtig für den Gartenorganismus. Sie sind die Gesundheitspolizei und fressen alles, was krank und am Absterben ist. Die weniger gute Nachricht: Sie fressen auch frisch gepflanzte Setzlinge. Jetzt beginnt die Vermehrungszeit der Schnecken – was kann man tun, um den Schaden in Grenzen zu halten?

Von Renate Lorenz

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Die Vermehrungszeit der Schnecken hat begonnen (Foto: GSH)

Regnerisches Wetter lockt die Schnecken aus ihren Verstecken, und sie werden aktiv – insbesondere nach langer Trockenheit, während der sie sich fast nicht an die Oberfläche trauten. In einer Nacht können ihrem Heisshunger beachtliche Gartenschätze zum Opfer fallen. Bei Regen trauen sie sich auch tagsüber aus ihren Verstecken.

Frisch gepflanzte Setzlinge leiden an einem Schock durch das Verpflanzen, und das riechen die Schnecken. Wenn nichts anderes da ist, werden auch ausgewachsene Pflanzen Opfer der hungrigen Schleimer.

Bei massenhaftem Auftreten werden vor allem die Nacktschnecken zur Plage. Wie kann man vorbeugen?

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Laufenten machen Jagd auf Schnecken (Foto: Claudia Fahlbusch)

Laufenten auf Schneckenjagd

Wer genug Platz im Garten und Freude an Tieren hat, schafft sich Laufenten an. Diese gehen im ganzen Garten auf Schneckenjagd. Doch Vorsicht: Auch Laufenten lieben bestimmte Pflanzen im Garten und fressen diese ab!

Neu gibt es Ferromol-Schneckenkörner, die auch im biologischen Anbau zugelassen sind und Igel nicht gefährden.

Ansonsten ist Handarbeit gefragt: Machen Sie am besten nach dem Regen in den Abend- und Morgenstunden die Runde durch den Garten sammeln Sie die Schnecken ein. Schon stellt sich die nächste Frage: Was tun mit den Schnecken?

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Hungrige Schnecken im Gemüse (Foto: GSH)

Von Einsammeln bis Schneckenbrühe

Dem Nachbarn die Schnecken in den Garten zu werfen ist – zumindest für die Schnecken – vermutlich die «sanfteste» Methode. Allerdings ist sie vermutlich nicht besonders förderlich für die Nachbarschaftsbeziehungen.

Die manchmal empfohlene Methode, die Schnecken mit Salz zu überstreuen, ist brutal. Das Salz entzieht dem Schneckenkörper die Flüssigkeit, was einen langsamen Tod bedeutet.

Das Zerschneiden der Schnecken ist auch brutal, bedeutet jedoch einen schnellen Tod. Schnecken sind Allesfresser. Kurz darauf sind vermutlich andere Schnecken daran, die toten Artgenossen zu fressen.

Ebenfalls einen schnellen Tod bringt das Überbrühen mit kochendem Wasser. Nach dem Abkalten kann die Schneckenbrühe zum Befeuchten des Komposts eingesetzt oder unter Gehölzen ausgeleert werden. Wird die Brühe ein paar Tage stehen gelassen, gärt sie und beginnt zu stinken. Am Rand von Beeten ausgebracht, hindert das die Schnecken am Einwandern.

Weinbergschnecken sind geschützt. Jedoch können auch sie zur Plage werden und beachtliche Schäden anrichten. Einen «humane» Lösung ist es, Weinbergschnecken einzusammeln und im Wald auszusetzen. Dasselbe tun manche Menschen übrigens auch mit Nacktschnecken.

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Schnecken im Salat (Foto: GSH)

Hornkiesel stärkt die Pflanzen

Generell lieben Schnecken feuchte, modrige und dunkle Ecken im Garten. Sonnenlicht dagegen meiden sie, da sie an der Sonne zu viel Wasser verlieren. Wie bringen wir mehr Licht in den Garten?

Einerseits durch luftige Pflanzungen mit wenig abgestorbenem Pflanzenmaterial dazwischen. Andererseits fördert das biodynamische Spritzpräparat Hornkiesel die Lichtprozesse der Pflanzen und im Garten. Hornkiesel regelmässig gespritzt, stärkt zudem die Pflanzen. Der Kiesel festigt das Pflanzengewebe und verbessert Geschmack und Haltbarkeit.

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Nacktschnecken am Büffett (Foto: GSH)

Vorbeugen ist besser als töten

Wer gegen Schnecken vorbeugen will, kann Folgendes tun:

  • Im Herbst nicht mehr mulchen. Unter dem Mulch verstecken sich Schnecken und legen Eier.
  • Morsche Bretter auslegen und darunter die Schnecken und Eigelege einsammeln.
  • Erst nach einem Bodenfrost umstechen oder lockern. So finden die Schnecken keine Bodenspalten zum Verstecken. Einen Schneckenzaun um den Gemüsegarten anbringen. Dabei zu beachten ist, dass keine Pflanzen über den Schneckenzaun wachsen dürfen.

6 Kommentare

  1. Walter Stucki

    Wenn ich bisher keine Schneckenkörner eingesetzt habe, dann vor allem aus Tierschutzgründen: Auch Schnecken sollten nicht durch einen qualvoll langes Abserbeln gehen müssen. Frau Lorenz erwähnt nun Ferromol-Schneckenkörner, die offenbar andere Lebewesen schonen. Wie steht es aber mit ihrer Wirkung auf die Schnecken? Führen sie zu einem raschen Tod?

    Mit besten Dank für die geschätzte Antwort grüsst

    W. Stucki

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    • Claudia Fahlbusch

      Hallo Herr Stucki, vielen Dank für Ihren Kommentar, den wir gerne Frau Lorenz zur Beantwortung vorlegen, sobald sie aus den Ferien zurück ist (14. Oktober). Die Gartenbauschule Hünibach wünscht Ihnen ein schönes Wochenende!

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  2. Walter Stucki

    Hier noch einmal meine Frage, diesmal mit richtigem Geschlecht:

    Wenn ich bisher keine Schneckenkörner eingesetzt habe, dann vor allem aus Tierschutzgründen: Auch Schnecken sollten nicht durch ein qualvoll langes Abserbeln gehen müssen. Frau Lorenz erwähnt nun Ferromol-Schneckenkörner, die offenbar andere Lebewesen schonen. Wie steht es aber mit ihrer Wirkung auf die Schnecken? Führen sie zu einem raschen Tod?

    Mit besten Dank für die geschätzte Antwort grüsst

    W. Stucki

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    • Renate Lorenz

      Sehr geehrter Herr Stucki

      Da stimmen wir mit Ihnen überein. Die genannten Schneckenkörnern haben keine unmittelbare Wirkung, die Schnecken sterben nicht sofort. Das Einsammeln und Überbrühen mit kochendem Wasser ist die einzige Form für einen schnellen Tod der Schnecken.

      Freundliche Grüsse
      Renate Lorenz

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  3. Birger Arnfeld

    Ich habe viele Schneckenkorn ausgestreut, aber es hilft nicht! Es gibt so viele Schnecken und manche fressen doch lieber Gemüse als Schneckenkorn. Sie haben schon den Kartoffeln kaputt gefressen. Die Schnecken aufsammeln oder töten geht auch nicht weil jeden Tag neue Schnecken kommen. Es sind tausende von Schnecken, man muss auf der Strasse aufpassen das man nicht ausrutscht. Ich werde keine Gemüse mehr anbauen – es macht kein Spass, sie werden irgendwann von den Schnecken vernichtet.

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    • Renate Lorenz

      Ja, heuer ist ein extremes Schneckenjahr. Die Schnecken können nur eingedämmt werden, wenn sie nicht ständig neu von einer nahegelegenen Wiese o.ä. einwandern können. Ein Schneckenzaun hilft gegen Zuwanderung.
      Schade, wenn Ihnen dadurch die Lust am Gemüse anpflanzen vergangen ist, doch verständlich. Falls Sie es wieder probieren wollen. Weitere Tipps zur Schneckenregulierung finden Sie hier: http://www.neem-trade.ch/Custom_Files/Infos/GegenSchneckenInfo.pdf
      Freundliche Grüsse Renate Lorenz

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