Sieben Monate in der Fremde

Vergangene Woche kehrten die Lernenden des 3. Lehrjahrs aus dem siebenmonatigen Praktikum an die Gartenbauschule zurück. Motiviert und begeistert präsentierten sie den «Daheimgebliebenen» ihre Praktikumsbetriebe.

Von Claudia Fahlbusch

Rückkehr Praktikum 2013 6
Sie sind wieder da: Die Lernenden sind aus dem Praktikum zurück! (Foto: Renate Lorenz)

Zur Ausbildung an der Gartenbauschule Hünibach gehört auch ein siebenmonatiges Praktikum in der zweiten Hälfte des zweiten Lehrjahrs. Die meisten Lernenden freuen sich darauf – auf sieben schulfreie Monate, aber auch auf die Gelegenheit, in einem anderen Betrieb mitzuarbeiten und Neues kennenzulernen – so auch Eduardo Oliveira und Alexandra Brühlmann, beide Lernende im 3. Lehrjahr.

Halbzeit: Das Praktikum als Meilenstein

Für Eduardo Oliveira war es eine gute Zeit – eine sehr gute sogar: «Ich konnte im Praktikum richtig selbstständig arbeiten, nicht in erster Linie als Lernender, sondern als vollwertiger Mitarbeiter, als ‚richtiger’ Gärtner. Das hat mir sehr gefallen.» Er habe in gewissem Sinne im Praktikum neu angefangen, auch bezüglich seiner Einstellung zum Beruf und zur Arbeit. Er sei sehr motiviert aus dem Praktikum zurück gekehrt – und entschlossen, die Ausbildung zu einem guten Ende zu bringen. «Das Praktikum ist sozusagen Halbzeit», erzählt Eduardo. «Wenn man nach sieben Monaten wieder an die Gartenbauschule zurück kommt, hat man schon mehr als die Hälfte der Ausbildung geschafft. Das ist ein gutes Gefühl und gibt einem gehörig Schwung für den Endspurt.»

Auch vom Fachlichen her hat der junge Gärtner profitiert: «Ich hatte schwergewichtig mit Rosenpflege zu tun und lernte so einen Teilbereich des Gärtnerberufs besser kennen.»

Rückkehr Praktikum 2013 10
Die Heimgekehrten präsentieren den Daheimgebliebenen ihre Praktikumsbetriebe. (Foto: Renate Lorenz)

Harziger Start mit Happy End

Seine Kollegin Alexandra Brühlmann hatte einen etwas schwierigen Start ins Praktikum: «Ich kam in einen Betrieb, wo es überhaupt nicht gut ging, so dass ich nach vier Wochen dort aufhörte. Mit Unterstützung der Gartenbauschule fand ich eine andere Praktikumsstelle, und dort gefiel es mir sehr gut.»

Auch Alexandra Brühlmann schätzte es, selbstständig arbeiten zu können und ein neues gärtnerisches Umfeld zu entdecken: «Ich arbeitete in einer Samengärtnerei, wo man es mit Gemüsepflanzen zu tun hat, die man ausblühen lässt. In der Gartenbauschule arbeiten wir in diesem Bereich vorwiegend mit Setzlingen, und es war interessant, diesen anderen Bereich besser kennenzulernen.» Auch der Kundenkontakt hat ihr gut gefallen: «Ich war oft mit auf dem Märit und kam dort über den Verkauf in direkten Kontakt mit der Kundschaft.»

GARTENBAUSCHULE
Nach sieben Monaten Praktikum heisst es jetzt wieder Büffeln … (Foto: GSH)

«Man muss flexibel bleiben»

Eduardo Oliveira und Alexandra Brühlmann sind beide der Meinung, dass man sich gut überlegen sollte, in was für einen Betrieb man als Praktikant/in gehen möchte. «Man sollte sich etwas aussuchen, das zu einem passt», finden sie.

Das Praktikum empfinden beide als eine sehr gute Sache: «Man bekommt einen Vorgeschmack auf die Zeit nach der Lehre, das ‚richtige’ Berufsleben als Gärtnerin oder Gärtner», finden sie. Und: «Wir lernten andere Arbeitsabläufe kennen und haben gemerkt, wie wichtig es ist, dass man flexibel bleibt und sich anderen Gegebenheiten anpassen kann.»

Kommentar schreiben