Junges Gemüse wächst bei uns auch im Winter

Beim Gärtnern denken viele zunächst an die warme Jahreszeit, an Frühling und Sommer. Gärtner/innen haben jedoch auch im Winter gut zu tun – und beim Gemüsegärtner beginnt der Frühling schon einige Wochen vor dem 21. März!

Von Raphaela Lüdi

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Ruccola-Ernte in der Gartenbauschule. (Foto: GSH)

Wenn es draussen kalt und grau ist, werden im Gewächshaus die ersten Frühlingsboten, nämlich Radiesli, aufs Beet sowie Pflücksalat, Spinat, Salate, Kohlrabi und Fenchel in der Setzlingsanzucht gesät.

Gemüse vom vergangenen Herbst für den Verkauf vorbereiten

Aber nicht nur der Frühling lässt sich erahnen, auch der Herbst bringt noch immer Farbe in den Gärtneralltag: Gemüse vom vergangen Herbst wird gerüstet und für den Verkauf fit gemacht. Die Auswahl ist gross: Lauch, Randen, Rotkohl, Weisskohl, Wirz, Rosenkohl, Kartoffeln, Rüebli, Lagerkohlraben, Sellerie, Chouraven (Winterkohlrabi), Zuckerhut – alles Gemüse, das uns durch den Winter gesund hält und uns an die bunte Jahreszeit erinnert.

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Lauch wird gerüstet. (Foto: GSH)

Chicoree-Wurzeln werden jetzt angetrieben

Auch die Chicoree-Wurzeln werden jetzt angetrieben. Spätestens Ende November sollte man sie ausgraben; die Blätter schneidet man 3 bis 5 Zentimeter über den Wurzeln ab. Dann stellt man diese in einen mit Erde gefüllten Topf, verdunkelt das Gefäss und lagert die Wurzeln bei 2 bis 15 °C. Nach vier bis fünf Wochen kann der Chicorée geerntet werden.

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Chicoree in der Treiberei. (Foto: GSH)

Gemüsekulturen im Winter

Die warme Jahreszeit in Ehren – aber wussten Sie, dass es Gemüsekulturen gibt, die nur im Winter gut gedeihen?

Dazu gehört der Nüsslisalat (Feldsalat). Beim Ernten von Nüsslisalat ist es eine besondere Herausforderung, dass die Rosette ganz und dennoch kein Rest vom Stiel übrig bleibt. Rosette an Rosette wird der Nüsslisalat in eine Kiste gelegt.

Nebst dem Nüsslisalat sind auch Asia-Salate und diverse Schnittsalate beliebte Kulturen, die im Winter gut wachsen, zum Beispiel Mizuna, Red Giant, Barbarakraut (Winterkresse), Rucola und Portulak. Sie alle gedeihen bei niedrigen Temperaturen und wenig Licht und haben einen würzigen bis scharfen Geschmack. Bei uns an der GSH bauen wir sie im frostfreien Tunnel an, damit wir auch auch im Winter unseren Laden mit frischem Grün beliefern können.

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Knifflige Sache, das mit dem Nüsslisalat! (Foto: GSH)

Die ideale Zeit für Wartungsarbeiten

Damit der Gemüsegärtner gut gerüstet ist für die nächste Saison, wird jetzt das Werkzeug gewartet, gepflegt und geschliffen. Auch Änderungen an der Infrastruktur werden erledigt, damit wir im Frühling bereit sind – beispielsweise auf dem Kompostplatz. Hier haben wir diesen Winter einen Pfosten einbetonieren lassen, um eine Abtrennung für das Materiallager machen zu können. Das verschafft uns mehr Lagerfläche für das Kompostmaterial.

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Das Fundament für den Pfosten auf dem Kompostplatz wird gemessen. (Foto: GSH)

 

3 Kommentare

  1. Luescher Valeria

    Verehrte Gärtner Innen

    Was können Sie mir empfehlen wenn an Hochstammfruchtbäumen eine Vereedlung nötig zu seinscheint?

    1.Kann ich das selber oder wie gehe ich da am besten vor?

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    • Claudia Fahlbusch

      Wir danken Ihnen für Ihren Kommentar und bitten Sie um etwas Geduld – Renate Lorenz ist erst am Montag wieder im Hause und wird Ihre Frage so bald wie möglich beantworten!

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    • Renate Lorenz

      Sehr geehrter Frau Lüscher

      Ihre Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Was ist der Grund, dass Sie an eine Veredelung denken?

      (Trägt der Baum keine Früchte? Sind Sie mit der Sorte nicht zufrieden? ). Grundsätzlich kann man ein Umveredeln selbst machen. Hier eine Empfehlung, wo das Aufpfropfen beschrieben ist. http://www.lwg.bayern.de/gartenbau/12036/

      Es wäre gut, wenn Sie sich mit jemanden austauschen, der Erfahrung mit Obstbäumen hat, da es auch um die entsprechende Sortenwahl und den Bezug der Veredelungsreiser geht. Wir beziehen unsere Obstbäume bei der Bio-Obstbaumschule Glauser in Noflen. Hier finden Sie Obstbaumspezialisten, die sie ausführlicher beraten können.

      Freundliche Grüsse

      Renate Lorenz

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