Ökowoche, Teil I: Ab ins Dickicht!

Mit vollem Körpereinsatz machten sich 15 Lernende der GSH im Rahmen der Ökologie-Woche daran, die Invasion nicht heimischer Pflanzen zu bekämpfen.

Von Laura T. und Lisha K, 1. Lehrjahr GSH

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Fast wie im Dschungel: Ökowoche der GSH. (Alle Fotos: Susanne Grossenbacher)

Wie jedes Jahr fand an der Gartenbauschule Hünibach die Ökologie-Woche satt. Am 2. und 3. September erklommen wir den Weinberg über Hilterfingen. Nach einer halben Stunde bergauf waren wir am Ziel, wie schon unsere Vorgänger aus früheren Klassen.

Martin Stähli (Burgergemeinde) leitete uns kurz ein und teilte uns in Gruppen ein. Elf Lernende machten sich auf in den Wald in Begleitung von Bernhard Eicher (Vorarbeiter Forstverwaltung). Die anderen vier bauten eine Trockenmauer am Weinberg, welche als Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen dienen soll. Dabei wurden sie von Simon Winzenried, Godi und Lüku (Landschaftsgärtner) eingewiesen und tatkräftig unterstützt.

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Eine Trockenmauer wird gebaut.

Eine Plage: der Sommerflieder

Unterdessen fuhr Bernhard uns an wunderschöne Plätze hoch oben über Hilterfingen. Dort angekommen bewaffneten wir uns mit Werkzeug und verliessen die gepflegten Wanderwege, um im Dickicht dem Sommerflieder zu Leibe zu rücken, wie dies schon frühere Erstklässler der GSH gemacht haben. Dabei waren die Wurzelstöcke des Flieders, die Massen an Brombeeren und die Zecken unsere erbitterten Feinde. Dennoch waren wir voll motiviert und mit Spass bei der Arbeit.

Zwei Wochen zuvor hatte unsere Lehrerin Susanne Grossenbacher uns über die sogenannten Neophyten aufgeklärt, zu denen auch der Sommerflieder gehört. Neophyten sind in der Schweiz ein grosses Problem. Medien berichten immer wieder darüber und trotzdem fehlt es an Aufklärung. Dies auch, weil manche der Pflanzen sehr dekorativ und schön sind. Zudem kennen viele Schweizer ihre Umgebung gar nicht mehr ohne Neophyten, da diese bereits vor Jahrzehnten eingeführt wurden und sich seit dem ungehindert verbreiten. Auch wir staunten, als wir hörten, dass der Sommerflieder nicht zur heimischen Flora gehört. Wegen dieser Unwissenheit fiel es uns auch gar nicht auf, wie verbreitet der Sommerflieder bereits ist.

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Men at work.

Nach zwei Tagen harter Arbeit, toller, spendierter Verpflegung und vielen Kämpfen mit Brombeeren hielt Martin Stähli noch einen kurzen lehrreichen Vortrag über das Weinbaugebiet Berner Oberland. Der Heimweg war trotz müder Knochen kurz, und alle fünfzehn Lernenden kamen wohlbehalten wieder in der GSH an.

Die Bekämpfung der Neophyten und der Bau der Trockenmauer waren eine tolle und sinnvolle Aktion. Wir konnten viel Erfahrung in der Praxis sammeln, nachdem wir vorher im Unterricht die Theorie behandelt hatten. Wir haben also sowohl für uns als auch für die Umwelt etwas Sinnvolles getan.

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