Die Kompostmelodie

Das Wort Kompost kommt aus dem Lateinischen und bedeutet «zusammengesetzt». So wie eine Liedkomposition aus verschiedenen Abschnitten zusammengesetzt ist, so ist es auch beim Kompost. Hier erfahren Sie, wie das geht.
Von Christian Mathys, Kompostkomponist

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Meisterhafte Kompositionen entstehen mit viel Herzblut. Das gilt auch für die Kompostmelodie. (Fotos: Claudia Fahlbusch)
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Christian Mathys, Bereichsleiter Stauden

Stellen Sie ihre eigene Kompostmelodie zusammen! Es braucht verschiedene Zutaten in verschiedenen Noten: Krautige, weiche Bestandteile wie Garten- und Küchenabfälle, Rasenschnitt usw. gemischt mit eher holzigen, harten Bestandteilen wie Holzhäcksel, Staudenrückschnitt, Laub usw.

Wohlklang und Misstöne im Kompost

Auf die Mischung kommt es an: Zu viel Krautiges bringt Fäulnis, zu viel Holziges nur eine verzögerte Verrottung oder die Kompostmitte wird zu heiss. Misstöne im Kompost verursachen unter anderem Plastik, Steine, gesalzene Essensreste sowie problematische Beikräuter. Mischen Sie die verschiedenen und gut zerkleinerten Komponenten zu einem maximal 1,2 Meter hohen Haufen.

Wichtigste Komponenten: Bakterien und abbauende Organismen

Die wichtigsten Mitspieler in unserem Kompoststück sind Bakterien und andere abbauenden Organismen. Sie alle brauchen Luft, eine milde Feuchtigkeit, Wärme (ideal 20 bis 45°C), einen halbschattigen Standort und natürlich die locker aufgesetzten und gut zerkleinerten Komponenten.

Biologisch-dynamische Präparate als Dirigenten

Was wäre ein Chor ohne einen Dirigenten? Die grossen Dirigenten beim Kompostieren sind die biologisch-dynamischen Präparate. (Baldrian, Brennnessel, Eichenrinde, Kamille, Löwenzahn und Schafgarbe). Sie fügen die Kompostmelodie zu einem Meisterstück zusammen. Decken Sie nach dem Aufsetzen und Präparieren den Haufen zu, damit er nicht vernässt.

Nach zwei Wochen helfen Sie beim Komponieren wieder so richtig mit und schaufeln Ihren Kompost um. Die äusseren Schichten kommen nach innen und die inneren nach aussen. Es kommt neuer luftiger Schwung hinein. Idealerweise wiederholen Sie diesen Vorgang noch ein bis zwei Mal in Abständen von zirka zwei Wochen. Kontrollieren Sie die Feuchtigkeit und giessen Sie bei Bedarf.

Reifer Kompost nach zirka einem halben Jahr

Nach zwei bis drei Mal umsetzen nähert sich das Kompost-Meisterstück der Vollendung. Lassen Sie den Haufen immer zugedeckt – und staunen Sie über die Veränderung! Je nach Verwendung haben Sie nach zirka einem halben Jahr einen reifen Kompost. Es ist vollbracht!

Bringen Sie Ihrem Kompost sparsam zu Ihren Blumen oder Ihrem Gemüse, sprich drei bis fünf Liter pro Quadratmeter.

Als Alternative zu Ihrer eigenen Kompostmelodie gibt es übrigens gesiebten biologisch-dynamischen Kompost bei uns an der Gartenbauschule!

Impressionen vom Kompostplatz:

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Der Kompost wird präpariert. (Foto: Christian Mathys)
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Kompostplatz, Fagaceae, Quercus robur, Stieleiche. (Foto: Christian Mathys)
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Natürliche Hilfsstoffe werden zugesetzt. (Foto: Christian Mathys)
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Die Dirigenten: biologisch-dynamische Präparate. (Foto: Christian Mathys)
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Zwei bis drei Mal umsetzen ist nötig, damit aus dem Kompost ein Meisterstück wird. (Foto: Christian Mathys)

 

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