Ein Abend zum Fürchten

Rund 150 Personen besuchten Ende August unseren alljährlichen Krimiabend. Ihnen stellte Buchhändlerin Regula Tanner mörderische Lektüre vor, nämlich 14 Krimis aus nah und fern. Falls Sie das Spektakel verpasst haben: Hier sind die Bücherliste und das Fotoalbum!
Von Claudia Fahlbusch

Wer hat Angst vor dem bösen Wolf? Das mutige Publikum am Krimiabend in der Gartenbauschule sicher nicht. (Foto: Claudia Fahlbusch)

Unser 6. Krimiabend am 25. August 2017 war wiederum ein grosser Erfolg. Erstmals führten wir einen  Vorverkauf durch, und es blieben keine Plätze frei. Rund 150 Personen liessen sich von Regula Tanner, Journalistin und Buchhändlerin, das Gruseln lehren. Manuela Tschan, Floristin und Buchhändlerin, erzählte sozusagen als Rahmenhandlung die Geschichte der Gartenbauschule, von ihren Anfängen als «Gärtnerinnenschule für junge Mädchen» 1934 bis heute.

Der falsche Enzian

«Der falsche Enzian» lautete das Motto des Abends – und natürlich fragte man sich, was es damit auf sich hatte. Einen ersten Hinweis darauf lieferten die auffällig an der Abendkasse postierten Herren ganz in Schwarz, deren Aufdruck auf dem T-Shirt sie als Angehörige der Sondereinheit «Enzian» auswies, engagiert von den Organisatoren des Krimiabends.

Zu dieser Massnahme hatte man sich genötigt gefühlt, weil Regula Tanner am letztjährigen Krimiabend von zwielichten Gestalten entführt worden war. Bei den Übeltätern handelte es sich um zwei verhinderte Bestseller-Autoren, die mit der spektakulären Aktion die Präsentation ihres grottenschlechten Krimis erzwingen wollten. Zur grossen Erleichterung aller konnten sie schliesslich überwältigt und dingfest gemacht werden. Die beiden Enzian-Herren sollten für die Sicherheit auf dem Gelände sorgen – aber natürlich kam es anders, als man dachte.

Ein Regio-Krimi spielt am Brienzersee

Regula Tanner präsentierte eine gelungene Mischung für Krimifans jeden Alters und berücksichtigte dabei unterschiedliche Geschmäcker. Nach wie vor sehr beliebt sind Regio-Krimis, und solche gibt es auch von hier: «Die Schneckeninsel» von Urs Schaub zum Beispiel ist in der Region Brienzersee angesiedelt und handelt von drei Selbstmorden und auffällig vielen Heimlichkeiten im reichen Mädcheninternat am idyllischen See. Nicht alle vorgestellten Krimis waren Neuerscheinungen: Regula Tanner legt ihrem Publikum auch immer wieder Bewährtes ans Herz, so zum Beispiel den Roman «Himmelstal» von Marie Hermanson aus dem Jahr 2012. Auch er ist gewissermassen ein Regio-Krimi und spielt in einem Schweizer Alpental.

Enttarnt: die falschen Enziane

Bei herrlichem Sommewetter pilgerten die Krimifans von einer Station zur nächsten und kamen dabei in den Genuss eines Rundgangs durch die Gartenbauschule. Nach Vorstellung des letzten Buchs liessen die Enzian-Herren ihre Masken fallen und entpuppten sich als die Übeltäter und Möchtegern-Autoren vom letzten Jahr. Das Ganze nahm, man ahnt es schon, ein gutes Ende, nämlich mit einem Apéro und dem gut bestückten Büchertisch.

Krimiabend 2018 neu im Doppelpack

Weil die Gartenbauschule erneut aus allen Nähten platzte, haben wir beschlossen, den Krimiabend nächstes Jahr zweimal nacheinander durchzuführen, nämlich am Donnerstag und Freitag, 30. und 31. August 2018. Reservieren Sie sich Ihr Datum im Kalender!

Fotoalbum vom Krimiabend
Ausführlicher Bericht in der JungfrauZeitung

Die Bücherliste 2017

Die Schneckeninsel, Urs Schaub
Lange Schatten, Rolf von Siebenthal
Schockfrost, Devi & Ivanov
Sieh nichts Böses, Inge Löhnig
Sea Detective – Ein Grab in den Wellen, Mark Douglas-Home
Der Tod so kalt, Luca D’Andrea
The Dry, Jane Harper
Das Gesicht meines Mörders, Sophie Kendrick
Glaube, Liebe, Tod, Gallert und Reiter
Böse Seelen, Linda Castillo
Lost in Fuseta, Gil Ribeiro
Es bleibt in der Familie, Anne Grue
Mörderisches Ufer, Viveca Sten
Himmelstal, Marie Hermanson

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