Urban Gardening in Bern

Mitte November unternahm unser Lehrjahr eine Exkursion nach Bern. Wir wollten Urban-Gardening-Projekte besichtigen und in die Gärten der Stadt eintauchen. Dabei lernten wir nicht nur die verschiedenen Arten der Umsetzung kennen, sondern erfuhren auch vieles über die Geschichte und den Hintergrundgedanken.
Von Verena Müller, 2. Lehrjahr

Jugendliche Gärtner stehen mit Blumenkisten am Geländer
Trotz des schlechten Wetters und eisigen Temperaturen trafen wir uns um 08:00 Uhr am Berner Hauptbahnhof. Nach einer kurzen Einführung, bei welcher es darum ging, was Urban Gardening ist, begannen wir unseren Spaziergang durch Bern.

Erster Halt: Ein öffentlicher Platz mit Spielmöglichkeiten für Kinder und in der Mitte an Stelle einer Blumenrabatte ein Gemüsegarten. Ein grünes Oval, unterteilt in kleine Abteile, damit Leute aus der Nähe ihr Gemüse auf zirka drei Quadratmetern anbauen können. Und wie es Gärtner so an sich haben, versuchten wir auch gleich die noch vorhandenen Pflanzen zu bestimmen.

Urban Gardening schafft Treffpunkte

Als nächstes stand eine Aufwärmpause mit schnellem Frühstück auf dem Plan. Bei Gipfeli und einem warmen Getränk erfuhren wir mehr über den Beginn von Urban Gardening und die verschiedenen Projekte, die es in der Schweiz gibt. So merkte ich auch bald, dass es dabei nicht nur um das Anbauen von Gemüse geht, sondern dass noch viel mehr dahintersteckt.

Urban Gardening soll den Menschen die Augen öffnen, den Kindern Lernmöglichkeiten bieten, Treffpunkte schaffen und Gemeinschaften bilden. Es ist eine gute Nutzung von Plätzen, die nicht gebraucht werden oder in einer Übergangsphase festhängen. All diese Dinge sahen wir auch, als wir zu Fuss einmal quer durch Bern gingen und an den verschiedensten Orten die Urban Gardening Projekte besichtigten.

Bepflanzte Boote und Militärtaschen

Die wohl häufigste Form waren die SBB-Paloxen und grüne Harasse, die mit Erde befüllt wurden und als Garten dienten. Aber wir fanden auch andere, sehr kreative Gefässe. Nebst alten Blumentöpfen gab es auch bepflanzte Boote, Blumenkisten und Militärtaschen.

Zu Mittag assen wir in der Alten Feuerwehr, einem Zwischennutzungsprojekt, das nicht nur Urban Gardening hat, sondern verschiedenen Geschäften, Ateliers, Unterkünften und vielem mehr Platz bietet. Nach dem Essen hatten wir Zeit, das ganze Gelände zu erkunden, bevor wir dann unseren letzten Posten ansteuerten.

Wie auf jedem Weg bestimmten wir laufend irgendwelche Gehölze und Stauden, so dass wir nur sehr stockend vorankamen. Beim Garten angekommen gab es noch ein Abschlussfoto. Völlig durchgefroren, jedoch doch mit einem grösseren Wissen war unsere Exkursion somit abgeschlossen. Gemeinsam ging es dann noch zum Rathaus zur Petitionsübergabe, doch das ist eine andere Geschichte.

Junge Gärtner mit Blumenkästen stehen an einem Geländer

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