Floristik aus der Gartenbauschule

Unsere Floristinnen kreieren zauberhafte florale Dekorationen für jeden Anlass. Das Besondere daran: Wenn möglich verwenden sie eigene Bio-Schnittblumen. Wir haben unserer Floristin beim Arbeiten über die Schulter geschaut und besuchten die Kinderstube der Schnittblumen oben im Aebnit.
Von Claudia Fahlbusch

Floristin mit grossem Blumengesteck
Floristin Nicole Lüthi bei der Arbeit. (Foto: Claudia Fahlbusch)

In den Sommermonaten ist es eine wahre Pracht, das Schnittblumenfeld im Aebnit in Oberhofen. Die Gartenbauschule bewirtschaftet das Feld in Pacht und zieht hier ihre Schnittblumen für die Floristik. Eine weitere Prouduktionsstätte für Schnittblumen ist das Postfeld in Hünibach.

Frische Gartenblumen in Sträussen und Gestecken

Die meisten Floristikgeschäfte beziehen ihre Blumen von der Blumenbörse. Nicht so die GSH: «Das ist etwas Besonderes hier bei uns, dass wir eigene Schnittblumen haben», erzählt Floristin Nicole Lüthi. «Es ist auch der Grund, warum man in unseren Kreationen Blumen und Pflanzen findet, die man sonst eher selten sieht in Sträussen und Gestecken.» Die Rede ist von Gartenblumen – diese gibt es nämlich nicht in der Blumenbörse. Sie wachsen auf den Feldern der GSH – zum Beispiel im Aebnit.

Lila Blumen auf einem Feld
Im Aebnit produziert die GSH Schnittblumen für die Floristik. (Foto: Claudia Fahlbusch)

Hier produziert die Gartenbauschule ein- und mehrjährige Pflanzen, die in der Floristik zum Einsatz kommen. Ebenfalls zu diesem Zweck wachsen hier Gewürzpflanzen wie Salbei, Thymian, Minze und Gewürzfenchel, die für Sträusse und Gestecke verwendet werden.

Alles Bio, auch bei den Schnittblumen

Selbstverständlich läuft es auch hier oben biologisch und bio-dynamisch: «Wir verwenden auch hier die bio-dynamischen Präparate, nutzen beispielsweise Buchweizen als Gründünger und achten auf Wechsel bei den Fruchtfolgen, das ist gut für den Boden», erklärt Sabine Schwab, Berufsbildnerin im Bereich Zierpflanzen. Ihr persönliches Anliegen: «Es muss hier oben auch ein ‚Wuleblüemli’ haben, eine Königskerze, damit die Insekten Nahrung finden.»

Zwei hochgewachsene Pflanzen mit gelben Blüten auf Blumenfeld
Die Königskerze, auch «Wuleblüemli» genannt, bietet den Insekten Futter. (Foto: Claudia Fahlbusch)

Es soll allen gut gehen

Überhaupt achtet man auch im Aebnit darauf, dass es allen gut geht: Der Fenchel beispielsweise ist ein beliebter Aufenthaltsort für die Raupe des Schwalbenschwanzes, und auch Mohn liefert Insektenfutter. Vor kurzem hat man einen kleinen Wall aus Steinen errichtet, als Refugium für die Eidechsen. In Kombination mit Pflanzen, die Nützlinge fördern, gedeihen unsere wunderschönen Schnittblumen hier bestens.

Gelbschwarze Raupe auf einem Blattstengel
Sie steht auf Fenchel: die Raupe des Schwalbenschwanzes. (Foto: Claudia Fahlbusch)

Eventfloristik für jeden Anlass

Die Floristinnen der Gartenbauschule verarbeiten die Schätze aus dem Aebnit und vom Postfeld im Atelier. Hier entstehen zauberhafte Sträusse und Gestecke für den Laden oder auf Bestellung sowie Eventfloristik für jeden Anlass – zum Beispiel für Hochzeiten, Jubiläen, Diplomfeiern, Sport- und Wirtschaftsanlässe oder kulturelle Veranstaltungen.

Auch Trauerfloristik wird in der GSH oft bestellt. Nicht alle Blumen stammen von den eigenen Feldern: Schnittblumen kann die GSH nur während der Sommermonate produzieren, und manche Blumen bezieht auch sie von der Blumenbörse.

«Vor dem Muttertag und im Advent ist traditionsgemäss in der Floristik immer viel los», berichtet Nicole Lüthi, während sie einen grossen Weidenkorb kunstvoll besteckt – eine Auftragsarbeit für eine Diplomfeier. Und es kann in der Floristik auch richtig herausfordernd werden: «Ich konnte einmal bei einem Grossauftrag eines Hotels mitarbeiten, wo wir für einen wichtigen Wirtschaftsanlass zwanzigtausend Rosen zum Verarbeiten bekamen. Eine solche Menge kann man sich gar nicht vorstellen.»

Zwei grosse Weidenkörbe mit Blumengesteck
Eine Auftragsarbeit: Dekoration für die Diplomfeier. (Foto: Claudia Fahlbusch)

Floristik mit Charme

Auch die GSH produziert eigene Gartenrosen – zwar nur in kleinen Mengen, aber dafür duften sie ganz wunderbar. Was in der Floristik nicht verwendet werden kann, wird vom Gemüse-Team getrocknet und in Trockenmischungen verwendet.

Unter den Schnittblumen findet man auch «Raritäten» wie die Grosse Wachsblume (Cerinthe major) oder die Wilde Möhre «Dara» (Daucus carota), die man sonst eher selten in Sträussen und Gestecken sieht. Sie wachsen auf den Feldern der GSH dem Licht entgegen und verleihen den floralen Kreationen einen ganz besonderen Charme.

Der besondere Tipp: Wandervögel und solche, die es werden möchten, kommen bei einer kleinen Wanderung von der Gartenbauschule ausgehend auf dem Höhenweg nach Oberhofen oder umgekehrt an den Schnittbumenfeldern vorbei. In Oberhofen können Sie in den See springen und bei uns im Bioladen gibt es nicht nur traumhafte Blumensträusse und Gestecke, sondern auch feine Bioglacé zur Abkühlung. Wir wünschen Ihnen einen schönen Sommer!

Floristik aus der Gartenbauschule: Zu Besuch im Aebnit und im Floristikatelier der GSH (Video, 1.52 Min.)

Impressionen aus der Floristik und vom Feld

Zwei Blumensträusse in Glasvasen und daneben graue Dekogefässe

Blumensträusse in Glasvasen und graue Dekorationsgefässe

Blumenbeet mit roten und lila Blumen

Kleine lila Blüten

Mehrere Blumensträusse in Glasvasen in Floristikgeschäft

Blumensträusse und Gestecke in gelb und rot vor roter Wand mit Spiegel

Kleine weiss-rosa Blüten und grüne Blätter

Blumenbeete mit roten und lila Blumen und drei Menschen am Arbeiten

Drei Blumensträusse mit roten und orangen Blumen sowie graue Dekogefässe

Zwei grosse bunte Blumensträusse in Glasvasen auf rotem Brettertisch mit weissen Porzellanherzen und zwei kleinen orangen Blumengestecken

Blumenbeete in Gewächshaus

Kleine grüne und rote Pflanzen in Blumenbeet

 

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