«Sie haben sehr viel gekrampft und geschwitzt»

Im Rahmen des alljährlichen Ökologieeinsatzes unterstützten unsere Lernenden des 1. Lehrjahrs Kartoffel- und Weizenbauer Hanspeter Saxer in Thierachern beim Jäten auf dem Feld und beim Dreschen. Hier sind ihre Berichte!
Von den Lernenden des 1. Lehrjahrs

Zwei junge Gärtner jäten auf dem Kartoffelfeld
Alles Handarbeit: Jäten auf dem Kartoffelfeld. (Foto: GSH)

Motiviert und voller Lebensfreude

Am 15. August machte sich die Klasse des ersten Lehrjahrs der Gartenbauschule Hünibach motiviert und voller Lebensfreude auf den Weg nach Thierachern. Nach einer kurzen Begrüssung durch Hanspeter Saxer, den kreativen Geist hinter dem Projekt Echter Weizen, ging es direkt an die Arbeit auf dem Kartoffelfeld. Nach einer Instruktion glühten bereits die Stimmbänder.
Louis und Adrian

Alte Getreidesorten, die man kaum noch kennt

Hanspeter Saxer befasst sich seit mehr als 40 Jahren mit der Erhaltung und Vermehrung von alten Getreidesorten. Er hat bis zum heutigen Tage etwa 80 Getreidesorten vermehrt. Ausserdem besitzt er auch Kartoffelfelder. Insgesamt kultiviert er bis zu 60 verschiedene Sorten. Herr Saxer sammelt und vermehrt alte Getreidesorten, die man kaum noch kennt. Diese Sorten sollen besser sein für die Menschen und sollten auch von Glutenallergikern verzehrt werden können.
Sarah und Laura

Zwei junge Gärtner arbeiten auf dem Feld
Wetterglück beim Ökologie-Einsatz. (Foto: GSH)

«Da muss geholfen werden»

Hanspeter Saxer lässt seine Felder nicht mit Pestiziden und Herbiziden in Berührung kommen. Das ist spätestens nach dem Blick aufs Kartoffelfeld klar. Schnell ist den Helfern klar: Da muss geholfen werden. Voller Elan begaben sich die Lernenden auf das Kartoffelfeld und stürzten sich auf die Beikräuter. Glücklicherweise wussten sie schon, dass es besser ist, nicht zu sauber zu jäten. Beikräuter können durchaus positive Eigenschaften aufweisen. Sie geben dem Boden zusätzlichen Halt und locken eine Vielzahl Insekten zur wichtigen Bestäubung an. Ein geübtes Auge kann anhand verschiedener Beikräuter abschätzen, inwiefern sich die Bodenbeschaffenheit wandelt.

Dreschen ist das Trennen des Weizens vom Spreu. In Saxers Heubühne erfolgt dies mithilfe einer etwa 170 Jahre alten Dreschmaschine. Er baut ausschliesslich herkömmliche Sorten an, aus der Überzeugung, die Glutenallergie werde durch die überzüchteten Sorten ausgelöst. Das Samengut produziert er selber, durch konsequente Vermehrung. Leider ist diese arbeitsreiche Methode nicht ertragreich, es fehlen ihm die Helfer. Doch die Hünibächler hat Hanspeter mit seiner Überzeugung angesteckt.
Alexandra und Ruth

Junger Mann in einem Schuppen wühlt in einer gelben Kiste
Ein tiefer Blick in die Dreschmaschine. (Foto: GSH)

«Zu fünft bedient man die Maschinen»

In der konventionellen Landwirtschaft werden solche Dreschmaschinen seit über 60 Jahren nicht mehr eingesetzt, doch sie eignen sich hervorragend dafür, 90 verschiedene Weizensorten in einzelnen Bündeln zu bearbeiten. Zu fünft bedient man die zwei Maschinen: Eine Person holt das Weizenbündel, die nächste trennt es und steckt einen kleinen Teil davon in die Dresche, wo der Weizen durch Auf-Und-Ab-Bewegungen vom Stroh getrennt wird. Eine weitere Person steht hinter der Maschine und räumt das Stroh mit einer Heugabel auf die Seite. Die zwei letzten Personen schaufeln die übrig gebliebenen Weizenähren in einen Trichter, betätigen die Kurbel in einem konstanten Tempo, damit die Luftzufuhr, die entsteht, nur die Hülsen der Ähren wegbläst und die Steinchen aussortiert. Zurück bleiben lediglich die Körner.
Zahra und Anna

«Das Ergebnis kann sich sehen lassen»

Sie haben sehr viel gekrampft, geschwitzt und natürlich gearbeitet. Das Ergebnis konnte sich dann so sehen lassen. Denn die Lernenden des ersten Lehrjahrs der Gartenbauschule Hünibach kamen am Ende des Arbeitstags weiter, als sie gedacht hatten.
Chely und Janine

Junge Gärtnerinnen und Gärtner machen Mittagspause an einem Picknicktisch im Freien
Verdient: die Mittagspause. (Foto: GSH)

Kommentar schreiben