Unsere Tipps zum Winterschnitt

Wir sind wieder unterwegs mit Winterschnittarbeiten. Was es dabei zu beachten gilt und wie Ihre (Obst-)Bäume Früchte tragen, verraten wir Ihnen gleich.
Von Sebastian Trinler

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Gärtner haben auch im Winter gut zu tun. (Foto: Béatrice Devènes)

Als Gärtner unterscheiden wir zwischen Obst- und Ziergehölz/Ziersträuchern.

Obst ist gesund – und es macht Freude, wenn man im Sommer im eigenen Garten Früchte ernten kann. Der Schnitt an Obstgehölz braucht aber Erfahrung und Wissen, damit die Obstbäume auch Früchte tragen.

In der Vegetationsruhe im Winter ist der Zeitpunkt für den Winterschnitt an Obstgehölzen. Die Bäume werden «schlank geschnitten», damit sie im Sommer saftige und gesunde Früchte tragen.

Unterschiedliche Bäume brauchen unterschiedliche Schnitteingriffe

Beim Schneiden ist unbedingt zu beachten, dass die verschiedenen Obstarten unterschiedliche Schnitteingriffe brauchen: einen Apfelbaum schneidet man nicht wie einen Zwetschgenbaum; einen Aprikosenspalier nicht wie einen Birnenspalier.

Warum ist das so?

Die Früchte wachsen am Fruchtholz, je nach Art aber in unterschiedlicher Lage. Äpfel beispielsweise wachsen an waagrechtem und hangendem Fruchtholz, Zwetschgen hingegen vor allem an senkrecht nach oben stehenden Trieben.

«Obst-Latein» für Fortgeschrittene

Weitere Begriffe aus dem Obst-Latein, die für den Obstschnitt sehr wichtig sind:

Ableiten, Schlank schneiden, Verjüngen, Alternanz, blenden, ausbrechen, sperren, aufbinden, Erziehungsschnitt, Konkurrenztrieb, Leitast…

Mit diesen und weiteren Begriffen wird von Obstart zu Obstart, von Sorte zu Sorte und schliesslich von Baum zu Baum die jeweilige fachgerechte Schnittmassnahme ergriffen, damit Sie im Sommer Ihre Früchteschale füllen können.

Ab Februar/März werden auch die Reben und die Feigenbäume zurück geschnitten.

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Winter in der Gartenbauschule. (Foto: GSH)

Obst pflanzen in der frostfreien Winterzeit

Im Winter werden wurzelnackte Obstbäume gepflanzt, damit sie im Frühling richtig durchstarten können.

Wussten Sie, dass es auch kleine Obstbäumchen gibt, die nicht viel Platz im Garten brauchen und trotzdem einen schönen Ertrag an Früchten ergeben? Die Säulenformen für Apfel, Birnen und neu auch für Kirschen brauchen sehr wenig Platz und können sogar auf dem Balkon in Kübeln gepflanzt werden. Weitere kleinwachsende Formen der Obstbäume, die sich gut für den Garten eignen, sind Spalier, Spindel oder Niederstamm.

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Nur für Schwindelfreie: Baumschnitt. (Foto: GSH)

Biologische Vorblütenspritze gegen Pilzkrankheiten an Obstbäumen

Vor dem Blütenaustrieb empfehlen wir eine Vorblütenspritze gegen Pilzkrankheiten an den Obstbäumen. So wird Schorf beim Kernobst und Schrotschuss beim Steinobst verhindert und es gibt schönere Früchte zum Ernten. Das Spritzmittel ist selbstverständlich biologisch und entspricht den Anforderungen der Knospen-Zertifizierung.

Schneid-Tipps vom Gärtner

Auch bei den Bäumen gibt es Unterschiede zwischen den jeweiligen Arten. Wird zum Beispiel die Birke im Winter geschnitten, so «blutet» sie sehr stark und verliert viel Wasser. Deshalb ist es besser, die Birke im belaubten Zustand im Frühling/Sommer zu schneiden.

Bei den Blütensträuchern ist vor allem wichtig, dass die Blütentriebe nicht im Winter geschnitten werden, damit im Frühling/Sommer eine schöne Blütenpracht herrscht.

Edelrosen werden im Februar/März auf einige Augen zurück geschnitten, damit sie im Frühling kraftvoll austreiben und schöne Blüten bilden.

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