Wie funktioniert eigentlich Biodünger?

Wer biologischen Dünger verwendet, muss vorausdenken. Hier erklären wir, was das Knifflige an der Arbeit mit Biodünger ist.
Von Thomas Schmutz

Grüne Wiese mit rosa Wiesenblumen
In der Natur ist für Nährstoffe gesorgt. In der Gartenbauschule brauchen wir dafür Biodünger. (Foto: Béatrice Devènes)

Alle Pflanzen brauchen Nährstoffe. Im Boden sind diese nur begrenzt vorhanden. Die Natur hilft sich selbst, indem organisches Material nicht entfernt und sozusagen wiederverwertet wird: Abgeworfene Blätter zum Beispiel werden von Regenwürmern und anderen Tieren wieder in Nährstoffe umgewandelt.

Biodünger sind träge

Im Hausgarten werden Blätter und andere Pflanzenteile nicht liegen gelassen, und deshalb muss mit Kompost oder Dünger der Ausgleich wieder hergestellt werden.

Gedüngt wird im Biogarten mittels Kompost, Gründüngungen oder organischen Fertigdüngern. Die Herausforderung für uns Bio-Gärtner besteht in der Trägheit der Biodünger.

Damit sie wirksam sind, müssen sie zuerst mineralisiert werden. Dies geschieht durch Mikroorganismen, die aber erst ab einer Bodentemperatur von 12 Grad Celsius aktiv sind. Deshalb wird Biodünger auch erst ab dieser Temperatur wirksam, sprich: Diese Temperatur brauchen die Mikroorganismen, welche die organischen Substanzen in pflanzenverfügbare Stoffe umbauen. Konventionelle Dünger dagegen sind schon mineralisiert und wirken deshalb unverzüglich.

Handeln, bevor ein Mangel sichtbar wird

Wir beobachten, messen das Substrat und interpretieren die Ergebnisse. Zeigt die Pflanze einen Mangel, ist es schon fast zu spät – selbst wenn wir heute im Bioanbau erheblich verbesserte Flüssigdünger zur Verfügung haben, zum Beispiel «Amino plus», der teilweise auch über das Blatt wirkt, oder «Amino Basic» der Firma Biocontrol Andermatt. Doch selbst organische Flüssigdünger sind nie so schnell verfügbar wie ein konventionelles Produkt.

Als Biogärtner müssen wir vorausdenken und handeln, bevor ein Mangel erkennbar ist. Das ist nicht einfach – ganz besonders nicht in den Übergangszeiten, wenn die Kulturtemperaturen wesentlich unter jenen liegen, die es für die Mineralisierung braucht.

 

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