Der neue Leistungsvertrag ist unter Dach und Fach

Die Gartenbauschule Hünibach hat mit dem Kanton Bern einen neuen Leistungsvertrag abgeschlossen. Die Kernpunkte: Einzelne Bereiche müssen selbsttragend werden, wir wollen unsere Position als Bildungszentrum für biodynamischen und naturnahen Gartenbau stärken und wir prüfen Weiterbildungsangebote. Hier geht’s zu den Details!
Von Team GSH

Gärtnerin giesst Zierpflanzen in Gewächshaus
Veränderung als Chance: Die neue Strategie der GSH hilft ihr beim Wachsen. (Foto: Béatrice Devènes)

Bestimmt erinnern Sie sich: Im Dezember 2017 hat der Grosse Rat des Kantons Bern der weiteren Subventionierung der Gartenbauschule Hünibach GSH als Lehrwerkstätte und Berufsfachschule zugestimmt – allerdings mit Einschränkungen. Wir müssen sparen und den Eigenfinanzierungsgrad erhöhen.

Nun haben Stiftungsrat und Geschäftsleitung eine entsprechende Strategie erarbeitet.

Subventionen werden bis 2021 schrittweise abgebaut

GSH-Direktorin Marianna Serena ist erleichtert: «Mit dem Abschluss des neuen Leistungsvertrags mit dem Kanton ist die Zukunft der Gartenbauschule Hünibach gesichert.» Im Herbst 2017 hatte der Regierungsrat als Teil eines Sparpakets die Streichung der Subventionen in der Höhe von rund zwei Millionen Franken verlangt. Der Grosse Rat entschied dagegen – doch in Zukunft fliesst weniger Geld: Die Subventionen werden schrittweise um insgesamt rund 40 Prozent auf jährlich 1,2 Millionen Franken abgebaut.

Ab dem Jahr 2021 erhalten wir  somit rund 700’000 Franken weniger als bisher. Der neue Leistungsvertrag gilt für die nächsten vier Jahre.

80 Prozent EFZ-Lehrstellen für Gärtner/innen

Stiftungsrat und Geschäftsleitung haben eine Strategie entwickelt, mit der wir Kosten sparen und den Eigenfinanzierungsgrad erhöhen wollen, wie es in der Motion verlangt wurde. Die Anzahl Lehrstellen für Gärtnerinnen und Gärtner bleibt bei 54; 80 Prozent der Ausbildungsplätze sind EFZ-Lehrstellen, und sie sind keiner bestimmten Fachrichtung mehr zugeordnet.

«Die Nachfrage nach Lehrstellen für Garten- und Landschaftsbau und Staudenproduktion hat in den letzten Jahren stark zugenommen», erzählt Marianna Serena. «Bisher hatten wir nur drei dieser Lehrstellen anzubieten. Neu können es auch mehr Lernende in diesen Bereichen sein.»

Die Floristik-Lehrstelle wurde gestrichen, und es gibt auch keine Vorlehren mehr. Weiterhin angeboten wird die von drei auf zwei Jahre verkürzte Lehrstelle für Maturanden oder Lernende mit Berufsabschluss – und natürlich die EFZ-Fachrichtung Zierpflanzen.

Gemüsebau stärken und neu positionieren

Einzelne Bereiche wie der Bioladen und der Gemüsebau, die nicht direkt mit den Bildungszielen in der Gärtnerausbildung zusammenhängen, werden nicht mehr subventioniert. Diese Bereiche müssen selbsttragend werden. Damit einher gehen strukturelle Veränderungen, indem wir Teams zusammenlegen und den gärtnerischen Verkauf vom Bioladen trennen.

Den Gemüsebau wollen wir stärken und neu positionieren. Er gehört zur Identität der Gartenbauschule, auch wenn er nicht direkt mit den Bildungszielen der Gärtner zusammenhängt.

Wir suchen einen Sponsor für die Bio-Ausbildung!

Nicht mehr subventioniert wird auch der Zusatz-Zertifikatslehrgang «Biologisches und biodynamisches Gärtnern», den wir den EFZ-Lernenden anbieten – als einzige Berufsschule der Schweiz. In der Bio-Ausbildung lernen die angehenden Gärtnerinnen und Gärtner, was es heisst, besonders naturnah zu gärtnern. Als Kompetenzzentrum für biodynamischen, biologischen und naturnahen Gartenbau wollen wir dieses Wissen den jungen Berufsleuten auch weiterhin vermitteln. Wir suchen deshalb für die Bio-Ausbildung einen Sponsor.

Eine zusätzliche Einkommensquelle könnten Weiterbildungsangebote sein. Weiterbildung gehört für uns als Ausbildungsstätte zum Kerngeschäft. Deshalb prüfen wir mögliche Angebote, sowohl für Fachleute wie auch für Laien

Übrigens: Für den Lehrbeginn im Sommer 2019 gibt es in der GSH noch freie Gärtner-Lehrstellen in den Fachrichtungen Zierpflanzen, Stauden sowie Garten- und Landschaftsbau.

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Berichterstattung in der Jungfrau Zeitung vom 15. Februar 2019

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