Bühne frei für das Theaterspiel der Lernenden

Am Freitag, 14. Februar 2020, zeigen die Lernenden der Gartenbauschule Hünibach das Theater «Toxic Pleasures – Ein giftiges Vergnügen». Die Vorstellungen beginnen um 16 und 19 Uhr im Klösterli Oberhofen – und wir hoffen auf ein grosses Publikum! Was Sie erwartet, verrät Regisseur Simon Pflanzer hier im Interview.
Von Susanne Grossenbacher

Der Regisseur und sein Ensemble: Simon Pflanzer und die Lernenden des 2. Lehrjahrs der Gartenbauschule Hünibach.zeigen ihr Theater. (Foto: GSH)

Simon Pflanzer ist 39 Jahre alt und arbeitet in einem Teilpensum als Sozialpädagoge. Während vier Jahren engagierte er sich als Theaterpädagoge im Zirkus Wunderplunder. Seine Ausbildung für Bewegungstheater absolvierte er an der Ecole Gysin in Lausanne (Grundlagen Le Coq). Nun führt er zum ersten Mal Regie beim Theaterspiel der Lernenden des 2. Lehrjahrs an der Gartenbauschule Hünibach. Wir trafen ihn zum Interview.

Du führst zum ersten Mal Regie beim Theaterspiel des 2. Lehrjahres der Gartenbauschule Hünibach. Wie bist du zu diesem Auftrag gekommen?

Ich habe im letzten Jahr in der Schlussphase Res Theiler bei den Regiearbeiten unterstützt. Da Res Theiler diese Aufgabe nicht mehr weiterführen wollte, übernahm ich die Regiearbeit beim diesjährigen Projekt.

Die Klasse entwickelt gemeinsam mit dir ihr Spiel. Wie seid ihr vorgegangen?

Wir haben uns gefragt, was interessiert und was bewegt uns. Dies haben wir in eine Geschichte transferiert. Welche Figuren passen in diese Geschichte, wo und wann spielt sie – diesen Fragen sind wir nachgegangen. Die Lernenden haben über die Figuren recherchiert. Ein Beispiel: Wie leben Ameisen, wie gehen sie miteinander um, wie sieht ihr Alltag aus? Mit vielen Improvisationsübungen haben wir uns den Figuren genähert, haben Szenen definiert und sind in Rollen geschlüpft. Jede Rolle hat bestimmte Charaktereigenschaften, vielleicht auch Ticks, verschiedene Gangarten. Nun sind wir dabei, die Figuren zu festigen.

Regisseur Simon Pflanzer. (Foto: GSH)

Schreibt ihr eure Texte auf oder wird improvisiert?

Es wird kein Sprechtext aufgeschrieben. Wir improvisieren und erzählen mit unseren Szenen Bilder.

Was gefällt dir besonders gut bei der Arbeit mit den Lernenden der Gartenbauschule Hünibach?

Sie sind sehr offen und interessiert. Das Thema Natur und das Zusammenwirken von Natur und uns Menschen beschäftigt sie. Die Klasse sprudelt vor Ideen. Gemeinsam haben wir diese auch eingegrenzt. Schön ist, dass man einander zuhört und niemand ausgelacht wird.

Was erschwert deine Arbeit?

Die vielen Ideen zu bündeln ist eine grosse Herausforderung. Erschwerend sind auch organisatorische Umstände. Da es im 2. Lehrjahr drei verschiedene Fachrichtungen Gärtner auf zwei unterschiedlichen Ausbildungsniveaus hat, besuchen sie zu unterschiedlichen Zeiten die Berufsfachschulen und die überbetrieblichen Kurse. Ich arbeite mit ganz verschiedenen Besetzungen.

Worauf dürfen wir uns beim diesjährigen Theaterspiel freuen?

Mit Leichtigkeit und Humor wird ein schweres Thema aufgegriffen. Der Titel «Toxic Pleasures – Ein giftiges Vergnügen» macht klar, dass uns ein grosses Spannungsfeld mit lustigen, aber auch ernsten Szenen erwartet: Ein modernes Märchen für Erwachsene.

Vielen Dank, Simon Pflanzer.

Aufführungen am 14. Februar um 16 und 19 Uhr im Klösterli Oberhofen

Die beiden Aufführungen finden am Freitag, 14. Februar 2020, um 16 und um 19 Uhr im Klösterli Oberhofen statt. Vorab singt der Chor der Gartenbauschule einige Lieder. Der Eintritt ist frei, es wird eine Kollekte für einen von der Klasse bestimmten gemeinnützigen Zweck gesammelt.

Nach dem Spiel sind alle Gäste eingeladen, gemeinsam bei Kaffee und Kuchen zu verweilen. Der Erlös der Kaffeestube fliesst in die Klassenkasse des 2. Lehrjahres.

Impressionen von den Theaterproben

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