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Lageplan

Gartenbauschule Hünibach
Chartreusestrasse 7
3626 Hünibach

Anreise

PW: Autobahnausfahrt Thun Nord, weiter in Richtung Gunten bis Hünibach. In der Chartreusestrasse links abbiegen. Wenige Parkplätze sind vorhanden.

ÖV: Bus Linie 21 ab Bahnhof Thun Richtung Oberhofen/Interlaken bis Haltestelle Hünibach Chartreuse. Fahrplan via SBB.ch


Geschichte

Eine Erfolgsgeschichte am Thunersee

Hedwig Müller war die Schwester der bekannten Jugendbuchautorin Elisabeth Müller, die wie sie in Hünibach lebte. 1934, mitten in der Wirtschaftskrise, gründete sie die Gartenbauschule Hünibach.

«Die Gärtnerinnenschule Hünibach stellt sich zur Aufgabe, junge Töchter, die Freude und Interesse an der Natur und an der Pflanzenwelt haben, im Gartenbau einzuführen und zu Gärtnerinnen auszubilden.» So steht es im Ausbildungsprospekt der Gartenbauschule Hünibach, der in den 1940er Jahren um «junge Töchter» warb.


Ein wildes und eigensinniges Mädchen
Gegründet wurde die «Gärtnerinnenschule» 1934 von Hedwig Müller, einer Pfarrerstochter aus Langnau im Emmental, von der es hiess, sie sei ein wildes und und eigensinniges Mädchen gewesen, das sich ganz und gar nicht wie eine Pfarrerstochter verhielt. Schon früh äusserte sie den Wunsch, Gärtnerin zu werden. Ihre Familie war nicht erfreut, doch die junge Frau setzte ihren Willen durch und erlernte in der Gartenbauschule Niederlenz einen Beruf, der damals Männern vorbehalten war.

Die «Gärtnerinnenschule Hünibach» wird gegründet
Anlässlich eines Verwandtenbesuchs in Hünibach im November 1933 entdeckte die 38-jährige Hedwig bei einem Spaziergang das eingemauerte und verwilderte Chartreuse-Areal mit der verwahrlosten Gärtnerei. Sie handelte schnell: 1934 pachtete sie mit einer befreundeten Hauswirtschaftslehrerin den Ökonomieteil des Guts Chartreuse, notabene ohne eigenes Geld, und gründete mitten in der weltweiten Finanzkrise die «Gärtnerinnenschule Hünibach». Damit ermöglichten sie erstmals jungen Frauen eine Ausbildung, die zuvor nur Männern offen gestanden hatte.

Die Pionierin erhält Verstärkung
Ein Jahr später traten zwei Frauen auf den Plan, ohne deren Hilfe die Schule nicht hätte fortbestehen können: die Gärtnerinnen Gertrud Neuenschwander und Ruth Pfisterer. Alle drei Frauen verfügten über umfassende Bildung, waren musikalisch und hatten einen Sinn für die Kunst. 1944 kauften sie gemeinsam die Chartreuse und brachten dafür in einem gewaltigen Effort 210'000 Franken zusammen – eine für die damalige Zeit riesige Summe. Die Gebäude und Anlagen wurden in den folgenden Jahren grundlegend umgebaut und erweitert.

Täglich 16 Stunden Arbeit ohne Lohn
Die drei Gründerinnen blieben bescheiden: Sie lebten in kleinen Zimmern und arbeiteten 16 Stunden am Tag ohne Lohn. Dass sie zeitlebens ledig blieben, mag seinen Grund darin haben, dass eine Frau nach dem alten, bis 1988 gültigen Eherecht einen Teil ihrer Mündigkeit einbüsste. Der Mann war das Oberhaupt der Familie, er verdiente das Geld und bestimmte den Wohnort; Gewalt in der Ehe war Privatsache. Niemals hätten die drei Frauen dieses beeindruckende Lebenswerk schaffen können, wären sie verheiratet gewesen.

Pionierinnen im biodynamischen Gartenbau
Hedwig Müller und Ruth Pfisterer waren Pionierinnen im biodynamischen Gartenbau. Insbesondere letztere war bewandert in Chemie und Fruchtbarkeitszyklen im Zusammenhang mit den Gestirnen und Lehrerin für Botanik. Mitte des 19. Jahrhunderts hatte man damit begonnen, in der Landwirtschaft künstlichen, stickstoffhaltigen Dünger einzusetzen – mit weitreichenden ökonomischen und ökologischen Folgen.

Mit Rudolf Steiner fing es an
Die Vorträge von Rudolf Steiner 1924 in Breslau über eine Bodenbebauung im Einklang mit der Natur gelten als Geburtsstunde des biodynamischen Landbaus. Die drei Frauen nahmen diese Gedanken auf – zu einer Zeit, als man sich über solche Ideen noch lustig machte. Das Leitbild der Schule sprach sich für eine umfassende Bildung der jungen Mädchen aus: Sie sollten nicht nur eine fachliche Ausbildung erhalten; auch der Charakter, das politische Bewusstsein und künstlerische Talente sollten gefördert werden.

Der steinige Weg zur GSH
Der grosse Idealismus der Gründerinnen reichte indes nicht aus, um das Fortbestehen der Schule zu sichern. Es fehlte an Geld, und so bat man Ende der 60er Jahre mittels Gesuch beim Kanton Bern um Unterstützung. Diese erfolgte erst ab 1978 – und der Weg blieb steinig: Anfang der 90er Jahre waren nur noch neun Lehrtöchter an der Schule. Man beschloss, sie auch für junge Männer zu öffnen und gab ihr einen neuen Namen: Gartenbauschule Hünibach, kurz GSH.

Mehr über die Vergangenheit der Gartenbauschule erfahren Sie in diesen Dokumenten:

Brief von Notar Krähenbühl an den Regierungsrat zwecks Mittelbeschaffung
Brief der Gartenbauschule an die Eltern junger Töchter
Alter Info-Flyer der Gartenbauschule
Porträt Hedwig Müller
Porträt Gertrud Neuenschwander
Porträt Ruth Pfisterer
 
 

Bilder von früher

Gosteli Stiftung

Das Archiv zur Geschichte der schweizerischen Frauenbewegung sammelt Quellen, welche die Arbeit der Schweizer Frauen massgeblich dokumentiert. Der Einsatz unserer Gründerinnen, um jungen Frauen eine Lehre zu ermöglichen, hat dazu geführt, dass auch unsere Archivschätze in der Stiftung öffentlich zugänglich gemacht wurden.

Gosteli-Stiftung


Trennung Verkauf

Aufgrund der Auflagen des Kantons Bern wird der Verkauf getrennt. Fortan werden die Kundinnen und Kunden einerseits im Bioladen und andererseits im Blumen- und Pflanzenverkauf bedient.
Das Logo erhält ein Redesign und die neue Website wird aufgeschaltet.

Torffreie Produktion

Nachdem im Sommer 2017 in Zusammenarbeit mit JardinSuisse erstmals Sommerflor torffrei produziert wurde, erfolgt im Frühling die Umstellung auf torffreie Pflanzenproduktion.

3. Sparrunde überstanden

Die aktuelle Sparrunde des Kantons bringt die Gartenbauschule in Bedrängnis: Der Regierungsrat will die Mitfinanzierung ab 2019 reduzieren und 2021 ganz einstellen. Im Juli startet die Kampagne «Rettet die Gartenbauschule Hünibach!» mit einer Petition, die von mehr als 35’000 Menschen unterschrieben wird. Am 4. Dezember nimmt der Grosse Rat mit 71 zu 70 Stimmen die Motion zur Rettung der Gartenbauschule an.

Marianna Serena als Direktorin

Das neue Konzept der Gartenbauschule wird in die Praxis umgesetzt: im August starten die ersten Lernenden mit Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau und das zweite Lehrjahr besucht erstmals die externe Berufsschule IDM in Thun. Marianna Serena übernimmt am 1. Juli als Direktorin die Leitung der Gartenbauschule.

Neupositionierung

Aufgrund der Neupositionierung starten an der Gartenbauschule erstmals Gärtner-Lernende mit Fachrichtung Stauden. Direktorin Renate Lorenz verlässt nach 17 Jahren die Gartenbauschule.

Lehrstelle Floristik

Die erste Floristik-Lernende beginnt ihre dreijährige EFZ-Lehre in Hünibach. Das Angebot bleibt allerdings nur kurzfristig bestehen, 2021 schliesst die letzte Floristik-Lernende ab.

Verkürzte Lehre

Start mit verkürzten EFZ-Lehren, für junge Erwachsene mit Berufs- oder Mittelschulabschluss.

75 Jahre Jubiläum

Die Gartenbauschule feiert ihr 75-Jahre-Jubiläum. Nach umfangreichen Renovationsarbeiten prangt der Betrieb im neuen Kleid. Im Sommer 2009 wird die Gartenbauschule nach ISO 9001:2008 zertifiziert.

Sanierung Hof und Teich

Der Innenhof wird saniert und der Ententeich in der Gärtnerei wird erneuert.

Aus- und Umbau Hauptgebäude

Renovierung Haupthaus und Ausbau des Bioladens.

Neubau Gärtnerei

Neubau der gesamten Gärtnerei. Die Produktion erfolgt in diesem Jahr in der gepachteten Schadaugärtnerei in Thun.

Neubau Verkaufs-gewächshaus

An der Chartreusestrasse wird ein neues Verkaufsgewächshaus gebaut.

Beschluss Umbau

Die Stiftung beschliesst Baumassnahmen, um die gärtnerischen Gebäude den heutigen Ausbildungserfordernissen anzupassen. Sie schreibt einen Projektwettbewerb für Ausbau und Renovierung von Gärtnerei und Hauptgebäude aus.

2. Sparrunde überstanden

Wiederum droht Gefahr, dieses Mal in Form der «SAR-Sparmassnahmen» des Kantons Bern. Der Schule sollen die Ausbildungssubventionen gestrichen werden. Mit vereinten Kräften und Blick nach vorne kann auch diese Hürde gemeistert werden.

Renovation Küche

Renovation der Küche und Anschaffung einer Spülmaschine.

Neue Leistungs-vereinbarung

Eine Leistungsvereinbarung und der Übertragungsvertrag mit dem Kanton Bern werden abgeschlossen.

Sparrunde überstanden

Die Schule soll dem 8. Sparpaket des Kantons Bern zum Opfer fallen. Dank grossartiger Unterstützung von allen Seiten wird sie gerettet. Die Anbauflächen Aebnit in Oberhofen und Erlengut in Steffisburg werden gepachtet und ersetzen die auslaufende Pacht im Bonstettengut.

Renate Lorenz als Direktorin

Renate Lorenz übernimmt am 1. Juni als Direktorin die Leitung der Gartenbauschule.

Finanznot

Die Gartenbauschule Hünibach gerät in Finanznot, die Schule wird provisorisch vom Kanton geführt.

Umbau Haupthaus

Umbau im Haupthaus. Die Zimmer werden renoviert, die Büros neu eingerichtet und die sanitären Anlagen erneuert. Im Dachstock entsteht ein zweites Klassenzimmer. Ein Projekt zur Erweiterung der Gartenbauschule im Bonstettengut wird in Angriff genommen; die Gartenbauschule pachtet Flächen im Bonstettengut.

Krise und Namensänderung

Anfang der neunziger Jahre gerät die Schule in eine Krise. Es sind nur noch neun Lehrtöchter an der Schule. Die Gärtnerinnenschule bekommt einen neuen Namen: Gartenbauschule Hünibach. Erstmals können auch junge Männer ausgebildet werden.

Umbau Schule

Die Schule wird umgebaut. Das Klassenzimmer wird erweitert und das Esszimmer unterkellert. Dort werden Garderoben und Heizung untergebracht. In der ehemaligen Kutschengarage wird ein einfacher Verkaufsraum eingerichtet.

Kauf Seefeld

Kauf des Seefeldes, eines Stück Lands, das vom Thunersee nur durch eine Hecke und den Spazierweg getrennt ist. Viele Ehemalige unterstützen mit dem symbolischen Kauf eines Quadratmeters den Erwerb. Die Gemeinde Hilterfingen stellt ein zinsloses Darlehen zur Verfügung.

50 Jahre Jubiläum

Grosses Fest in der Turnhalle Hünibach: Es werden 50 Jahre Gärtnerinnenschule Hünibach gefeiert. Dabei werden 353 Teller für die Gäste gerichtet und serviert. Die Stiftung Gartenbauschule Hünibach wird gegründet.

Tod der Gründerin

Gründerin Hedwig Müller stirbt.

Kantonale Anerkennung

Kantonale Anerkennung und Subventionierung als Ausbildungsbetrieb. Der erste voll entlöhnte Allgemeinbildungslehrer Fritz Kiener wird angestellt.

Einbau Zentralheizung

Einbau der Zentralheizung. Endlich gibt es fliessendes Warmwasser in den Badezimmern, und die Holzöfen in den Zimmern haben ausgedient.

Neubau Gärtnerei

Neubau der Gärtnerei. Die Anlagen bleiben bis 2006 im Einsatz!

Kauf Postfeld

Kauf des Postfeldes, auf dem bis heute wunderbare Gemüse in Mischkultur produziert werden.

Anbau Osttrakt

Anbau des östlichen Quertraktes. Ein Büro und weitere Internatszimmer entstehen.

Kauf Chartreuse

Kauf der seit Beginn gepachteten Liegenschaft «Chartreuse»; der Ausbildungsbetrieb wird weiter ausgebaut.

Drei Frauen

Gertrud Neuenschwander und Ruth Pfisterer kommen dazu. Die drei Frauen leiten die Schule bis in die achtziger Jahre erfolgreich gemeinsam.
Auf dem Foto ist zudem eine der Schwestern von Hedwig Müller.
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Gründung

Hedwig Müller gründet am 1. März 1934 die Gartenbauschule Hünibach.
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